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Algorithmischer Handel · die Phasen

Vom Handelsplan zum automatisierten System

Sieben Phasen, die aufeinander aufbauen. Jede bedeutet extra Aufwand, aber macht sich bezahlt. Jede ist ein Meilenstein, der abgeschlossen sein sollte, bevor der nächste angegangen wird.

  1. 0Ideenfindung und HausaufgabenTage bis Wochen

    Ein Beleg, dass die Idee trägt. Das muss kein Code sein: ein schriftlicher Trading-Plan und hundert von Hand nachgetestete Setups reichen. Wer die Regeln selbst anwendet, merkt, welche davon noch nicht präzise genug formuliert sind. Ein schneller Wegwerf-Prototyp kann bei der Evaluation helfen, ist aber kein Ersatz für die präzise Umsetzung.

    Was dazugehört

    • Ein Trading-Plan, aufgeschrieben
    • Regeln, präzise genug, um sie von Hand anzuwenden
    • Etwa hundert Setups von Hand getestet, oder ein schneller Wegwerf-Prototyp
    • Eine erste Tendenz, ob sich die Umsetzung lohnt.

    Wenn ausgelassen bezahlen Sie die Umsetzung einer Idee, die niemand geprüft hat.

  2. 1Umsetzung3–30 Tage

    Die saubere Fassung: Ein- und Ausstiegslogik, Risiko- und Positionsmanagement, präzise Alerts. Kein repainting, kein Look-ahead, kein Survivorship Bias. Sauberer Code, verständlich dokumentiert und in einem halben Jahr noch lesbar und gezielt anpassbar. Einmal programmiert ist der Code auf beliebige Instrumente anwendbar.

    Was dazugehört

    • Kein Repainting, Lookahead- oder Survivorship-Bias
    • Sauberer Code und Dokumentation
    • Umsetzung von Research Papers
    • Smart Money Concepts
    • Harmonische Muster
    • Multi-Timeframe-Logik
    • ICT-Setups
    • ORB-Setups
    • Liquidity Sweeps
    • Dynamische Positionsgrößen
    • Lösungen außerhalb der Pine-Script-Sandbox, wenn Anforderungen an deren Grenzen stoßen

    Wenn ausgelassen geht ein Prototyp geht in den Live-Betrieb. Fehler und Ungenauigkeiten schleichen sich ein und verursachen systematisch unnötige Kosten.

  3. 2Verifikation & Fehlerbehebung2–10 Tage

    Bevor große Summen auf dem Spiel stehen, wollen wir Transparenz und Vertrauen in die Wirksamkeit der Strategie. Backtests gegen eine erweiterte Datenbasis und wenn gewünscht, eine Monte-Carlo-Simulation für Gegenüberstellung verschiedener Konfigurationen der selben Strategie, sowie deren Varianten, helfen uns dabei. Anhand der Ergebnisse lassen sich Eingabeparameter und damit Ergebnisse optimieren; dafür braucht es jedoch mindestens eine Implementierung in Python. Bei Bedarf ein Audit von Fremdcode auf Repainting, Look-ahead- und Survivorship-Bias und ggf. die Korrektur der Fehler, die dabei auffallen.

    Was dazugehört

    • Backtests gegen erweiterte Datenbasis
    • Monte-Carlo-Simulation zur Optimierung der Strategie (Parameter / Varianten), erfordert eine Implementierung in Python
    • Repainting (Chart != Live)
    • Lookahead-Bias (Backtest geschummelt)
    • Survivorship-Bias (falsche Ergebnisse optimiert)
    • Fehlerhafte Multi-Timeframe-Umsetzung
    • Timing-Probleme bei Alerts (zu früh, zu spät, zu oft ... oder gar nicht)
    • Widersprüche in der Logik
    • Ineffizienter Code
    • Unrealistische Backtest-Annahmen
    • Schwächen im Risikomanagement
    • Zerlegen, Korrigieren, Zusammensetzen
    • Ausführliche Dokumentation

    Wenn ausgelassen sehen Sie erst am Kontostand, ob Ihre "Edge" verlässlich liefert.

  4. 3Anbindung2–5 Tage

    Das System wird (über Umwege) an einen Broker angebunden und live geschaltet. Alert Webhooks verlassen Pine Script und eine Drittanbieter-Plattform erstellt daraus eine Order bei Ihrem Broker. Schnell aufgesetzt. Was dabei möglich ist, entscheidet die Drittanbieter-Plattform.

    Was dazugehört

    • Alerts und Benachrichtigungen
    • Plattform- und Gateway-Anbindung z.B. via PineConnector, TradersPost, 3Commas, Tradovate oder einem anderen Dienst, der Orders per Webhook annimmt
    • Was möglich ist, hängt von der Plattform ab: Positionsgrößen aus dem Kontostand, Orderänderung und -stornierung, Fehlerbehandlung
    • optional: Positionsverwaltung virtuell in Pine Script verfolgt

    Wenn ausgelassen führen Sie Ihre Orders einfach weiterhin selbst aus, und das System dient nur als Indikator, bis mehr Vertrauen da ist.

  5. 4Eigene Pipeline2–6 Wochen

    Eine eigene Pipeline vom Signal bis zum Broker, ohne Drittsoftware im Pfad. Nötig, sobald man den kritischen Pfad verkürzen möchte, ein Broker nur REST- und WebSocket-APIs anbietet oder authentifizierte Orders verlangt. Das sind die meisten außerhalb der Retail-Welt.

    Was dazugehört

    • Order-Ausführungsbestätigung
    • Live Positionsüberwachung
    • Risiko-Filter
    • Automatische Wiederholungen
    • Positionsgrößen, abhängig vom Kontostand
    • Direkte API-Anbindung, z.B. Interactive Brokers, OANDA, Binance, Bybit, OKX, Alpaca, Hyperliquid, TradeStation
    • Erforderlich bei jedem Broker, der nur REST- oder WebSocket-APIs bietet oder Orders authentifiziert verlangt

    Wenn ausgelassen hängt die Ausführung Ihrer Orders von Verfügbarkeit, Rate-Limits und Roadmaps anderer Software ab.

  6. 5Skalierunglaufend

    Aus einem Konto werden mehrere, aus einer Signalquelle mehrere, und aus dem Skript wird ein System, das von mehreren Benutzern verwendet werden kann. Modular gebaut, damit es flexibel bleibt.

    Was dazugehört

    • Ein Dashboard für das System, alle Metriken auf einen Blick
    • Eine Signal- und Risikofilter-Engine
    • Modularer Aufbau, volle Flexibilität
    • Mehrere Signalquellen
    • Mehrere Broker-Anbindungen
    • Eigenes Paper Trading
    • Signal-Broadcast und Copy Trading
    • Mandantenfähigkeit, wenn weitere Nutzer dazukommen
    • Cloud-Deployment und Skalierung

    Wenn ausgelassen funktioniert das System für ein Szenario, aber lässt sein größtes Potential auf der Straße liegen.

  7. 6Optimierung5–10 Wochen

    Die letzte Phase. Sie beginnt mit Messung: wo die Zeit tatsächlich hingeht, bevor etwas neu geschrieben wird. Manchmal ist eine komplette Neuimplementierung die Antwort — eine Strategie, die in unter einer Millisekunde antworten muss, schafft das in der Laufzeit des Prototyps nicht.

    Was dazugehört

    • Engpassanalyse
    • Performance-Arbeit an CPU, Speicher und Netzwerk
    • Native FIX- und WebSocket-Verbindungen
    • Server-Colocation beim Broker
    • Slippage auf das Minimum reduziert, das der Handelsplatz zulässt
    • Optional: die Strategie in Rust oder Python neu implementiert
    • Signal-Laufzeiten unter einer Millisekunde, wo der Pfad es hergibt

    Wenn ausgelassen nichts Messbares. Diese Phase lohnt sich erst, wenn Latenz nachweisbar Geld kostet.

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Disclaimer

Keine Anlageberatung

Ich bin kein Finanzberater und gebe keine Anlageberatung.

Was ich liefere

  • Ihre Spezifikation, so exakt wie möglich in Code umgesetzt.
  • Ehrliche Tests, samt der Stellen, an denen die Strategie verliert.
  • Eine transparente Implementierung: jedes erzeugte Signal bleibt nachvollziehbar.
  • Filter, die Signale in bestimmten Situationen unterdrücken.
  • Stellschrauben für Empfindlichkeit und Verhalten, und die Auswertung verschiedener Kombinationen davon.

Was ich nicht garantieren kann

  • Dass die Signalqualität in allen Marktlagen und auf allen Instrumenten gleich bleibt.
  • Dass eine Strategie profitabel ist oder es bleibt.

Was in Ihrer Verantwortung bleibt

  • Welche Trades Sie eingehen.
  • Wann Sie eine Strategie vom Demo- oder Paper-Trading-Konto auf den Live-Betrieb umschalten.
  • Sich im Detail mit dem System auseinanderzusetzen.